Unsere Clubschwester und erste Trägerin des SI Kunstpreises der Metropolregion Nürnberg, Aldona Kut, engagiert sich beim Kinder- und Jugendhospizdienst des Hospizteams Nürnberg
„Spiele mit der Linie. Die Linie in der Natur.“
„Kreativität ist eine wertvolle Methode, Kindern bei der Trauerbewältigung zu helfen, da es ihnen möglich gemacht wird, Emotionen nonverbal auszudrücken und zu verarbeiten.“(KI)
Diesen Anspruch hat Aldona Kut nicht, wenn sie der Trauergruppe der Lebenshilfe Nürnberg anbietet, den Kindern und Jugendlichen, die einen Familienangehörigen verloren haben, sie einen Nachmittag lang mit Farbe und Formen von ihrem Leid abzulenken. Sie will einfach ihre eigene Freude an der Kunst weitergeben. Bereits vor einigen Monaten hatte sie mit großem Erfolg den „Geschwisterkindern“, das sind gesunde Geschwister lebensbedrohlich erkrankter Kinder, einen Kunsttag geboten.
Die einfühlsame Kunstpädagogin, die ihr Fach auch an einem Gymnasium vermittelt, hat selbst zwei Kinder und kennt aus privater und beruflicher Erfahrung und durch ihre Ausbildung, viele Probleme, die Heranwachsende so haben. Aber mit Kindern, die mit dem Verlust eines Familienmitgliedes leben müssen, war sie bisher noch nicht konfrontiert.
Durch ihr ruhiges freundliches Auftreten verschafft sie sich Zugang zu der inhomogenen Gruppe im Alter zwischen sechs und siebzehn Jahren, drei Jungen und fünf Mädchen. Obwohl von Verlust, Trauer und Entfremdung betroffen, erweisen sie sich als sehr neugierig, offen, konzentriert, freundlich und bereit, etwas Neues zu erleben.
Die bescheidene Künstlerin, die sich mit ihren vielschichtigen, vielfältigen (im wahrsten Sinne des Wortes!) Werken in den Bereichen Textil- und Faltkunst, Modedesign, Malerei, Bildhauerei und Architektur weit über die Grenzen der Metropolregion hinaus einen Namen gemacht, kommt mit Büchern, Pinseln, Stiften, Fingerfarben und verschiedenen Papieren zum Workshop. Sie will mit den Teilnehmern mit Linien, Linien in der Natur, mit inneren Landschaften arbeiten. Die jungen Leute setzen sich bereitwillig und freiheraus mit dem Thema auseinander. „Die Kinder waren super, engagiert, konzentriert und ruhig. Es gab eine Art Fluidität, oder eher einen Fluss“, sagt die Künstlerin. Die Betreuer und die Eltern, die gegen Abend ihre Kinder abholten und die Ausstellung anschauen konnten, waren überrascht vom Verhalten der Kinder. Ihre Ruhe, Aufmerksamkeit und Freude waren bemerkenswert. „Das war für mich ein bewegender Moment… diese drei Stunden waren auch für mich eine intensive Zeit“, lautet das Fazit von Aldona Kut.
Der SI Club Nürnberg unterstützt die Geschwisterkinder seit 2017 und ermöglicht dem Hospizteam einen monatlichen „Geschwistertag“, Freizeitaktivitäten und die Ergänzung der Bibliothek.
Maria Bulheller-Meyer